16. April 2026
Trainingslager unter Hochdruck – und ein Verein vor großen Herausforderungen

Die Vorbereitung auf die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften lief für die Wettkampfgruppen des SCW Eschborn in diesem Jahr unter intensiven, aber auch besonderen Bedingungen. Mit zwei parallel organisierten Trainingslagern in Mallorca und im ungarischen Sopron wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Wettkampfsaison gelegt – doch gleichzeitig stellt eine unerwartete Situation den Trainingsalltag aktuell vor große Herausforderungen
Intensive Vorbereitung in Mallorca und Ungarn
Insgesamt 28 Aktive reisten nach Mallorca, um sich dort in einem zwölftägigen Trainingslager gezielt auf die kommenden Meisterschaften vorzubereiten. Mit beeindruckender Disziplin absolvierten die Schwimmerinnen und Schwimmer 19 Wassereinheiten und legten dabei insgesamt 114 Kilometer im Becken zurück. Ergänzt wurde das Programm durch rund zehn Stunden Krafttraining sowie weitere 20 Stunden für Aufwärmen und Dehnung – ein Pensum, das die hohe Motivation und Professionalität der Gruppe eindrucksvoll unterstreicht.
Parallel dazu trainierte der Nachwuchs in Sopron (Ungarn). 18 Kinder und drei Betreuer arbeiteten dort unter nahezu optimalen Bedingungen: Täglich standen zwei zweistündige Wassereinheiten sowie eine Stunde Landtraining auf dem Programm. Das großzügige Trainingszentrum mit mehreren Becken – darunter ein 50-Meter-Becken, ein 25-Meter-Becken und spezielle Lehrschwimmbecken für Techniktraining – bot ideale Voraussetzungen. Auch die Regeneration kam nicht zu kurz: Zwei Whirlpools standen den jungen Athletinnen und Athleten zur Verfügung.
Neben aller Trainingsintensität blieb auch Raum für Gemeinschaft und Motivation. Ein gemeinsamer Ausflug in die Stadt Sopron mit Eis, Pizza und Döner sorgte für Abwechslung. Zu Ostern überraschte ein „Osterhase“ die Kinder mit kleinen Motivationskärtchen, und eine Ostereiersuche wurde kreativ ins Aufwärmprogramm integriert. Besonders wertvoll waren zudem die internationalen Trainingskontakte mit Vereinen aus Schweden, Österreich sowie dem Mainzer Schwimmverein.
Einschränkungen im Trainingsbetrieb durch Bäderschließung
Zurück in der Heimat sieht sich der Verein aktuell jedoch mit einer außergewöhnlichen Situation konfrontiert: Erstmals seit rund 50 Jahren Betrieb ist das heimische Bad aufgrund eines Hygieneproblems vollständig geschlossen. Bereits am 15. März wurde zunächst der Saunabereich wegen eines Legionellenbefalls außer Betrieb genommen. Seitdem ist der Badebetrieb eingeschränkt, die vollständige Schließung des gesamten Bades besteht seit dem 19. März – inzwischen seit über drei Wochen.
Die Auswirkungen sind erheblich: Der Trainingsbetrieb muss derzeit auf mehrere Standorte verteilt werden, darunter Offenbach, Oberursel, Bad Homburg, die Sportschule Frankfurt sowie Wiesbaden. Für die Wettkampfgruppen bedeutet dies einen deutlich erhöhten organisatorischen Aufwand, längere Anfahrtswege und eingeschränkte Trainingszeiten.
Besonders betroffen sind auch die Schwimmlernangebote: Sowohl Kurse für Kinder als auch für Erwachsene im Gesundheitsbad mussten vollständig abgesagt werden. Damit entfällt ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit, der weit über den Leistungssport hinausgeht.
Ungewisse Perspektive
Eine zusätzliche Belastung stellt die weiterhin unklare Situation dar: Bis mindestens Mittwoch kann keine verlässliche Aussage darüber getroffen werden, wann das Bad wieder zur Verfügung steht. Diese Unsicherheit erschwert nicht nur die Trainingsplanung, sondern belastet auch Mitglieder, Trainer und Eltern gleichermaßen.
Trotz aller Herausforderungen zeigt sich der Verein kämpferisch. Die intensiven Trainingslager haben eine starke Basis geschaffen – nun gilt es, unter erschwerten Bedingungen den Fokus auf die anstehenden Meisterschaften zu behalten und gleichzeitig auf eine baldige Wiederöffnung des Bades zu hoffen.