SCWE steigt in packendem Finale in die 2. Bundesliga auf!
Mit dem großen Ziel „Aufstieg in die 2. Bundesliga“ zogen die SCW Aktive, Trainer und Fans in das heimische Wiesenbad zum Endkampf der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (DMS) Oberliga Hessen ein. Sie verwandelten das Bad in eine atemberaubende Kulisse und sorgten für perfekte Heimbedingungen für die beiden SCW Mannschaften.
Sowohl Damen-, als Herrenmannschaft gingen mit knappen Vorsprung in den entscheidenden Wettkampf. SCW Cheftrainer Dr. Stephan Pohl konnte die Bestbesetzungen aufbieten und damit im Vergleich zum Vorkampf bei den Damen auf die wiedergenesen Nicola Grebe zurückgreifen.
Die Damenmannschaft wurde ihre Favoritenrolle gerecht und schafften einen „Start- Zielsieg“, indem sie die Führung zu keinem Zeitpunkt abgaben. Das jüngste Team im Teilnehmerfeld wurde von Lara Deibel (Jg. 95) mit der maximal möglichen Startzahl von fünf angeführt, Christiane Ott (Jg. 92) und Nicola Grebe (Jg. 97) sprangen viermal ins Wasser, Monika Hirte (Jg. 86), Isabelle Gemmer (Jg.92), Lena Schmitt, Jasmin Klingler (beide Jg. 96) sowie Karin Grebe und Ann-Kathrin Gerullis (beide Jg. 95) absolvierten jeweils drei Starts, Christjane Seufert (Jg. 87) und Mareike Wanschura (Jg. 92) zwei bzw. einmal. Den Damen war die Nervosität anzumerken und nicht alle Rennen liefen so gut wie beim Vorkampf zwei Wochen zuvor. Wie die Wochen zuvor gab es aber auch diesmal wieder Vereinsrekorde zu bejubeln. Nicola Grebe über 200m Rücken, Isabelle Gemmer über 100m Schmetterling und Christiane Ott im letzten und finalen Rennen über 100m Freistil unterboten die Vereinsbestmarken. Nach diesem Rennen stand der Sieg in der Oberliga Hessen fest. Und auch der Aufstieg in die 2. Bundesliga, welcher in einer Fernwertung mit den anderen Oberligen ausgeschwommen wurde, schien gelungen zu sein. Leider reichte es bei den Damen dazu aber nicht ganz, diese ernüchternde Nachricht kam aber erst später, sodass zunächst der Jubel groß war.
Kopf an Kopf und in einer nie dagewesenen Spannung wurde um den Titel bei den Herren geschwommen und gekämpft. Nach 25 von 34 Wettkämpfen wechselte die Führung vom SCW an die SG Frankfurt II, welche der SCW vier Rennen vor Schluss sich zurückholte. Nach dem 31. Rennen waren die beiden Teams dann sogar Punktgleich. Die große Rechnerei vor den letzten drei Rennen begann. Es wurde ein Krimi, den selbst Drehbuchautoren nicht besser hätten schreiben können. Drittletztes Rennen waren die 50 Rücken, wo der SCWE gut 50 Punkte (was 6/10 auf dieser Strecke entspricht) verlor. Als dann auch die Ergebnisse aus der Bayernliga eintrafen und klar war, das bedingt durch die Fernwertung nur ein Team aus Hessen in die 2. Liga aufsteigen wird, entwickelte sich ein Herzschlagfinale. Es folgten die 400m Freistil, in der Halle schalte es nur noch „Uwe, Uwe, Uwe“ – den der SCW Europarekordhalter Uwe Volk hatte einen klaren Auftrag, es musste ein Fabelzeit her, um dem SCW Schlussschwimmer im letzten Rennen über 100m Freistil Alexander Pohl eine günstige Ausgangslage mit etwas Vorsprung herauszuschwimmen. Unter ohrenbetäubenden Geräuschkulisse spulte Uwe sein Rennen perfekt ab und verbesserte seinen eigenen Vereinsrekord, was aber viel wichtiger war die Tatsache das er 105 Punkte auf Frankfurt rausschwamm und damit Alex Pohl für die 100m Freistil 59 Punkte (entspricht 1,6 Sekunden auf der Strecke) Vorsprung gab. Einige konnten schon nicht mehr hinschauen, aber nun ging es um alles oder nichts. Entweder kommt es zu einer mega Party im eigenen Bad oder das Wiesenbad erlebt eine Drama mit Überflutung des Schwimmbeckens durch SCW Tränen. Zwar dauerte das Rennen nur 54 Sekunden, aber sie kamen einem natürlich viel länger vor. Als Alexander nach 54,64 und damit exakt 1,28 Sekunden hinter dem Frankfurter Schwimmer anschlug brachen alle Dämme. Es war geschafft! Der Aufstieg in die 2. Liga – um 12 Punkte unfassbar. „2. Liga – Eschborn ist dabei!“ schalte es durch die Halle. Eine wahnsinnige Leistung des Herrenteams mit Uwe Volk (5 Starts, dabei 3 Vereinsrekorde), Steffen Liditschke (5 Starts, dabei 2 Vereinsrekorde), Bastian Szerbakowski (4 Starts), Fabian (1 Start mit Vereinsrekord) und Benjamin Friedrich (2 Starts), Lars Platacis (5 Starts – 1 Vereinsrekord), Sebastian Hofer (3 Starts), Kaan Elman (2 Starts), Alexander Pohl (5 Starts) und dem jüngsten im Team Lucas Wolf (1 Start).
Erstmals seit 23 Jahren gewann ein Verein sowohl die Hessische Oberliga der Damen, als auch der Herren, was nach der Pokalübergabe zunächst im Schwimmbad und später bis tief in die Nacht bei der DMS Party gefeiert wurde.
„Es ist ein geniales Wochenende gewesen und das erfolgreichste der Vereinsgeschichte“, bilanziert der stolze Vorsitzender Dr. Stephan Pohl. Das die Damen am Ende knapp den Aufstieg verpassten ist zwar sehr bitter, aber angesichts des so jungen Teams kein Beinbruch.